Chlamydien Symptome und Infektion

Chlamydien-Symptome

By Unknown photographer [Public domain], via Wikimedia Commons

Chlamydien sind in Deutschland weit verbreitet und befallen häufig die Schleimhäute der Augen und Atemwege, aber auch die Geschlechtsorgane und Harnwege.

Die Chlamydien-Infektion zählt zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten, da sie sich durch Geschlechtsverkehr und Schmierinfektionen rasch verbreitet.

Da unbehandelte Chlamydien zu schwerwiegenden Spätfolgen wie Erblindung oder Unfruchtbarkeit führen können, bedürfen sie unbedingt einer ärztlichen Behandlung.

Was sind Chlamydien und ihre Übertragungswege?

Chlamydien sind bestimmte Bakterien, die verschiedene Erkrankungen beim Menschen auslösen können. In den meisten Fällen werden jedoch Infektionen an den Geschlechtsorganen und Harnwegen bei der Frau, sowie beim Mann festgestellt.

Hierfür sind insbesondere die Unterart Chlaymydia trachomatis verantwortlich. Darüber hinaus werden noch die Chlamydophila pneumoniae und Chlamydophila psittaci unterschieden. Weit verbreitet ist vor allem die Chlamydia trachomatis mit dem speziellen Serotypen D-K, die als eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten hier zu Lande gilt.

Die Erkrankung tritt deshalb auch in so einem hohen Maße auf, da sie verhältnismäßig leicht übertragen wird. Die Chlamydien-Übertragung findet per Schmierinfektion (z.B. beim Toilettengang) oder durch ungeschützten Geschlechtsverkehr anstecken.

Die Inkubationszeit, das heißt bis die Erkrankung ausbricht, beträgt in den meisten Fällen zwei bis sechs Wochen. Oftmals können sich deshalb Betroffene gar nicht mehr an die Ansteckungsmöglichkeit erinnern.

Chlamydien Symptome

Chlamydien erreichen schnell neue Wirtskörper, da die Symptome nicht immer klar erkennbar auftreten. Es kann sogar passieren, dass die Chlamydien Symptome erst viele Jahre nach der Übertragung auftreten.

Dadurch können Chlamydien bereits lange bevor sich die ersten Symptome bemerkbar machen, bleibende Schäden verursachen und Sie können auch Ihren Partner unwissentlich damit anstecken.

Ein Chlamydien Test kann Ihnen Klarheit verschaffen, damit rechtzeitig eine Behandlung eingeleitet werden kann.

Chlamydien Symptome beim Mann

Männer bemerken die Beschwerden oftmals schneller als Frauen, aber auch hier können sie lange unerkannt bleiben. So können sich Chlamydien durch folgende typische Symptome bemerkbar machen:

– ziehende Schmerzen beim Urinieren
– Juckreiz und Brennen beim Urinieren
– Ausfluss, der sich eitrig-schleimig darstellt

Die Beschwerden werden durch eitrige Harnwegentzündungen hervorgerufen. Zudem kann sich in seltenen Fällen auch eine Entzündung der Nebenhoden entwickeln.

Chlamydien Symptome bei der Frau

Durch die anatomischen Gegebenheiten ist bei Frauen ein schwerer Krankheitsverlauf möglich, je nachdem wie schnell die Bakterieninfektion erkannt wird. Die Symptome, die Sie als Frau bemerken können, sind folgende:

– Brennen, sowie Jucken beim Wasserlassen
– stark vermehrter, teil übelriechender oder verfärbter Ausfluss

Hat die Erkrankung bereits obere Organe wie Gebärmutterhals, Eileiter und Eierstöcke befallen, leiden Sie unter folgenden Beschwerden:

– teilweise hohes Fieber
– Schmerzen, besonders im Unterbauch

Bei den oben genannten Symptomen sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen, denn besonders bei Frauen ist die Chlamydien-Infektion häufig tückisch. So kann sie zu Unfruchtbarkeit führen, falls die Bakterien aufgestiegen sind und die Eierstöcke erreicht haben.

Insbesondere wenn Sie schwanger sind, sollten Sie den Chlamydien-Symptomen besondere Aufmerksamkeit schenken, denn diese können auch Folgen für Ihr ungeborenes Kind haben. Es ist nämlich wissenschaftlich belegt, dass durch Chlamydien-Infektionen ein vorzeitiger Blasensprung oder verfrühte Wehen erfolgen können.

Frauenärzte kennen die Gefahr und führen deshalb bereits ganz zu Anfang der Schwangerschaft einen Chlamydien Test durch. Sollten Sie darüber hinaus in der Schwangerschaft unsicher sein, sprechen Sie ihren Arzt darauf an, er kann einen weiteren Abstrich durchführen.

Auf der Seite Chlamydien Bilder finden Sie einige Fotos zu Chlamydien.

Chlamydien-Behandlung

Wurde durch einen Clamydien Test eine Infektion bestätigt, erfolgt umgehend eine Behandlung der Clamydien-Infektion. Sie müssen bei einer nachgewiesenen Infektion Antibiotika einnehmen.

Sicherheitshalber sollte auch Ihr Partner, mit dem Sie ungeschützten Verkehr betreiben, auf die Chlamydien getestet werden. Meist wird der Partner ebenfalls behandelt, sonst kann es sein, dass Sie die Krankheit gerade auskuriert haben, um sich dann erneut bei Ihrem Partner anzustecken.

Mehr darüber finden Sie im Artikel Chlamydien-Behandlung.

Chlamydien vorbeugen

Nicht in jedem Fall lässt sich eine Chlamydien-Infektion vermeiden, da besonders Schmierinfektionen schwierig nachzuvollziehen sind.

In jedem Fall ist jedoch die Hygiene beim Toilettengang entscheidend. Vermeiden Sie den Kontakt mit öffentlichen Toilettenbrillen, ohne diese vorher zu desinfizieren.

Hierfür gibt es spezielle Hygienesprays im Handel, die in jede Handtasche passen. Waschen Sie sich nach der WC Benutzung mit Seife ausgiebig die Hände.

Beim Geschlechtsverkehr benutzen Sie stets Kondome, um sich vor einer Infektion zu schützen. Es sei denn, ihr Partner ist in der jetzigen festen Beziehung auf Chlamydien getestet worden. Auch bei Analverkehr sollten Sie sich schützen, denn auch hier können sich die Bakterien verbreiten.

Gehen Sie auch mit geringen Beschwerden direkt zu ihrem Arzt und schildern Sie diese, denn nur wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt wird, hat sie einen milden Verlauf. Zudem stecken Sie Menschen unwissentlich an.

Frauen sollten immer von den gesetzlich unterstützten Vorsorgeuntersuchungen Gebrauch machen. Das gilt insbesondere für schwangere Frauen.

Verlauf und Prognose der Chlamydien-Infektion

Chlamydien sind weit verbreitet, lassen sich jedoch auch leicht behandeln. Die Antibiotika-Präparate schlagen schnell an und die Chlamydien-Symptome klingen bereits nach kurzer Zeit ab.

Da es besonders zu Anfang meist nur leichte Beschwerden gibt, wird die Infektion jedoch oft erst spät entdeckt. Das kann bei Männern auch auf die Prostata schlagen. Ob eine Unfruchtbarkeit auch beim Mann zu erwarten ist, wurde noch nicht hinreichend belegt.

Bei Frauen führt eine aufsteigende Chlamydien-Infektion jedoch zu Vernarbungen des Gewebes im Unterbauch und kann zu einem unerfüllten Kinderwunsch führen.

Bei einer Geburt steckt sich der Säugling in etwa 70 Prozent der Fälle an, was zu Entzündungen der Bindehaut, Lunge und Ohren führen kann. Jedoch ist in den meisten Fällen nicht mit einem schweren Krankheitsverlauf zu rechnen.

Weiterführende Informationen zu Chlamydien hält auch der Frauenarzt oder Urologe für Sie bereit, an den Sie sich für Fragen auch immer wenden sollten.